Das duale Ausbildungssystem

Unter einer dualen Ausbildung versteht man die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Voraussetzung für eine Ausbildung im dualen System ist ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb in der Wirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung. Bei der Ausbildung in den Betrieben werden die Auszubildenden in der Regel in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden und in der Berufsschule vertiefen sie ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten anhand praxisgerechter Lernsituationen.

Grundlage für die betriebliche Ausbildung ist die jeweilige Ausbildungsordnung des Berufes. Die Ausbildung in den Betrieben findet an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen (je nach Ausbildungsberuf und Ausbildungsjahr) werden Berufsschultage angeboten. Alternativ wird auch Blockunterricht durchgeführt. Das bedeutet, dass die/der Auszubildende für bis zu 8 Wochen nur in der Berufsschule ist.

Die Ausbildung in der Berufsschule unterliegt den Schulaufsichtsbehörden der Bundesländer und den jeweils geltenden Lehrplänen, die auf einem bundeseinheitlichen Rahmenlehrplan basieren. Die Ausbildung in der Berufsschule umfasst im berufsbezogenen Unterricht berufliche Lerninhalte unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung sowie Fachenglisch als Fremdsprache und einen berufsübergreifenden Teil. Zum berufsübergreifenden Teil gehören in allen Berufen die Fächer Deutsch (Sprache & Kommunikation), Politik (Wirtschaft & Gesellschaft) und ein Wahlpflichtbereich. In Hamburg werden darüber hinaus  Religionsgespräche (Lebensfragen, Werte, Normen) angeboten.

Während der Berufsausbildung ist eine Zwischenprüfung abzulegen, die den Erfolg der bisherigen Ausbildung aufzeigen soll. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung, in der die zu Prüfenden ihre berufliche Handlungskompetenz nachweisen müssen. Im Handwerk heißt die Abschlussprüfung traditionell Gesellenprüfung. Die Prüfungen sind von den zuständigen Stellen, in der gewerblichen Wirtschaft z. B. von den Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern, zu organisieren. Abgenommen werden sie von den Kammern eingesetzten ('berufenen') Prüfungsausschüssen.

Seit dem Schuljahr 2011/12 wird allen beginnenden Auszubildenden mit einem guten mittleren Schulabschluss und einer mindestens dreijährigen Regelausbildungsdauer die Möglichkeit angeboten, parallel zu ihrer dualen Berufsausbildung die Fachhochschulreife zu erwerben. Im Rahmen der schulischen Zusatzqualifizierung „Dual plus Fachhochschulreife“ stehen dabei den Schulen pro Auszubildenden für drei Jahre insgesamt 600 zusätzliche Unterrichtsstunden zur Verfügung.



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